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02.02.2012

Welternährung und Bio - was internationale Organisationen sagen!

von Kai Kreuzer

Welternährung und Bio - was internationale Organisationen sagen! Foto: samxmeg / istockphoto

1 Milliarde Menschen hungern, und pro Tag sterben 24.000 Menschen, vor allem Kinder, an Hunger. Während sich in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas die Ernährungssituation deutlich verbessert hat, ist in Afrika die Produktion von Lebensmitteln pro Kopf seit 1960 um 10% gesunken (1).

Der Bio-Landbau bietet vielfältige Chancen, um alle Menschen auf der Welt zu ernähren. Mit einer globalen Agrarwende kann der Umschwung geschafft werden, ist sich eine Vielzahl von Experten sicher. Auch der Berliner Agrarministergipfel, der am 21.1.2012 unter Beteiligung der Minister aus 66 Ländern stattfand, sprach sich für mehr Nachhaltigkeit, den Schutz der Biologischen Vielfalt, für eine effiziente Wassernutzung und für eine Eindämmung der Lebensmittelverschwendung aus.

Die US-amerikanische Publikumszeitschrift Atlantic hat einen detaillierten Artikel darüber veröffentlicht, wie Bio die Welt ernähren kann. Zu diesem Thema sind inzwischen eine Vielzahl von Studien verfügbar, und sie kommen alle zum Ergebnis, dass umweltfreundliche Landbaumethoden sinnvoll sind und die verzweifelte Lage von etwa einer Milliarde mangelernährter Menschen verbessern könnte. Eine 2010 veröffentlichte Studie der Vereinten Nationen (1) kommt zu dem Schluss, dass biologische und andere nachhaltige Landwirtschaftsformen die künftige Welt ernähren könnten. Zwei Jahre zuvor hat eine Untersuchung der UNO in 24 afrikanischen Ländern herausgefunden, dass Öko-Landbau oder ähnliche Bewirtschaftungsweisen einen Ertragszuwachs von über 100 % zur Folge hat. Ein weiterer UNO-Bericht mit dem Titel Agriculture at a Crossroad, an der 400 Experten mitgearbeitet haben, geht davon aus, dass sich die Art und Weise der Lebensmittelerzeugung radikal ändern müsse, um den Anforderungen der Zukunft zu entsprechen.

Die im Jahr 2010 veröffentlichte Studie Toward Sustainable Agricultural Systems in the 21st Century des National Research Council wurde von Professoren, die an sieben Universitäten in den USA lehren, verfasst. Eines der Ergebnisse war, dass Bio-Landbau in Verbindung mit grünlandwirtschaftlicher Tierhaltung sowie die Kombination von Tierhaltung und Ackerfruchtanbau innerhalb des gleichen Betriebs notwendig für eine nachhaltige Produktion sind. Das bekannte Rodale Institute mit Sitz in Pennsylvania veröffentlichte 2008 den Bericht "The Organic Green Revolution". In ihm werden konkrete Argumente benannt, warum eine Rückkehr zu Bio-Prinzipien dringend erforderlich ist, um den Welthunger zu bekämpfen. In dem Bericht wird auf mehr als 50 wissenschaftliche Studien verwiesen.

Ulrich Hoffmann, Leiter der Abteilung Handel und Nachhaltige Entwicklung bei der UNCTAD, der Welthandelsorganisation für Handel, Umwelt und Entwicklung, hält den Öko-Landbau ebenfalls für die entscheidende Lösung des Welternährungsproblems. In einem Referat an der Universität Hohenheim im November 2011 ging er auf eine mögliche Öko-Intensivierung der Landwirtschaft ein, die die ländliche Entwicklung fördern und einen Beitrag zur Verringerung des Klimawandels leisten könne.

Barbara Burlingame von der größten internationalen Organisation der UNO, der Food and Agriculture Organisation, mit Sitz in Rom spricht sich für einen entschiedenen Politikwechsel aus. In einem Referat im September 2011 in Paris über Verbesserungsmöglichkeit für eine nachhaltige Ernährung forderte sie einen Wechsel zu nachhaltigen Produktionsweisen.

Fußnote:
(1)Die Einführung des Ökolandbaus bewirkte in verschiedenen afrikanischen Staaten Ertragssteigerungen von durchschnittlich 116 % (in Ostafrika sogar um 128 %). Das Umweltprogramm (UNEP) und die Entwicklungsorganisation (UNCTAD) der Vereinten Nationen stellten in dem Bericht fest, dass seit der Einführung der konventionellen Landwirtschaft in Afrika in den 1960er Jahren die Nahrungsmittelproduktion pro Kopf um 10 % gesunken ist. Neben einem höheren Einkommen führte die Umstellung auch zu Verbesserungen der Umwelt und den sozialen Beziehungen der dörflichen Gemeinschaften. Titel: „Organic Agriculture and Food Security in Africa“, Sept 2008.

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